Vier Abende in Bad Homburg und Oberursel I Frühjahr 2013

Homers Odyssee und anderen Irrfahrten

Staunen. Bewunderung. Freude. Das fühlen wir, wenn uns die Muse erzählt vom Manne, vom wandlungsreichen Odysseus, „den oft es abtrieb vom Wege“. Wir sind fasziniert von diesen uralten Geschichten, die vom „in der Welt sein“ des Menschen, von seiner Suche nach dem guten Leben sprechen.

Und es berührt uns, wenn wir von den beiden großen Bedrohungen Odysseus hören: der Bedrohung sein Menschsein zu vergessen und der Bedrohung seine Welt zu vergessen. Wir werden nachdenklich, wenn es dabei um Fragen nach der Verführbarkeit, der Verantwortlichkeit, dem freien Willen, der Ordnung oder der Sterblichkeit geht. Und wir sind begeistert vom „Triumph des Erzählens“, wie es Virginia Woolf nennt, wenn uns die Klugheit und Raffinesse, ja die Schönheit der homerischen Dichtkunst bewusst wird.

Im Anschluss an die Odyssee-Lektüre einen (weiteren) Blick auf James Joyce „Ulysses“ zu werfen, der aus dem Weltepos der Antike einen kongenialen Weltroman unserer Zeit gemacht hat, ist besonders lohnenswert. Und danach spannen wir den Bogen noch ein wenig und sprechen über Aris Fioretos Roman „Der letzte Grieche“. Fioretos erzählt von den Auswirkungen der Geschichtswirren zu Beginn des 20. Jahrhunderts und damit vom Beginn des Zeitalters der Vertreibung und der Migration. Unser Leben, eine globale Odyssee ohne die Chance auf Heimkehr? Gudrun Dittmeyer

  • Homer. Odyssee. 8. Jhdt. v. Chr. Teil I
  • Homer. Odyssee. Teil II
  • James Joyce. aus: Ulysses. Die Kapitel 4 -7. 1922.
  • Aris Fioretos. Der letzte Grieche