07. Oktober 2012 II Literaturhaus Villa Clementine, 65189 Wiesbaden

Liebe, Lügen und Gespenster. Geschichten aus der Türkischen Bibliothek.

Er zählt zu den wichtigsten Romanciers der zeitgenössischen, türkischen Literaturszene. Seine beiden Romane „Istanbul war ein Märchen“ und „Wo wart ihr, als die Finsternis hereinbrach?“ finden auch in Deutschland große Beachtung. Der türkische Autor Mario Levi vergegenwärtigt in seinen Werken wie kein anderer die kulturelle Vielfalt, den ethnischen Reichtum eines vergangenen Istanbuls und beschreibt wehmütig die gravierenden Veränderungen in der Metropole am Bosporus bis in unsere heutigen Tage hinein.

Mario Levi, 1957 in Istanbul geboren, stammt aus einer türkisch-jüdischen Familie und lehrt an der Yeditepe-Universität in Istanbul Kommunikationswissenschaften. Für „Istanbul war ein Märchen“ erhielt er im Jahr 2000 den angesehenen Yunus-Nadi-Literaturpreis.

Um die Sehnsucht nach einer Stadt geht es auch in der Erzählung „Bir Sehre Gidememek / Nicht in eine Stadt gehen können“, aus der Mario Levi an diesem Sonntagabend lesen wird. Dieses Mal geht es aber um die Sehnsucht nach Rio de Janeiro, einer Stadt, die im Leben des Erzählers eine wichtige Rolle spielt.

Dem ambitionierten Projekt „Türkische Bibliothek“ (Unionsverlag), initiiert und gefördert von der Robert Bosch-Stiftung, die auch die Lesung unterstützt, ist es zu verdanken, dass diese nachdenklich-melancholische Erzählung auch auf deutsch in dem Band „Liebe, Lügen und Gespenster“ zu lesen ist. Was es mit der Erzählung auf sich hat und welches Lebensgefühl dahinter steckt, wird an diesem Abend Mario Levi in türkischer Lesung und im anschließenden, moderierten Literaturgespräch dem Publikum vermitteln.

Die deutsche Übersetzung lesen Birgitta Assheuer und Monika Carbe. Als musikalische Umrahmung gibt es Klänge aus der jiddisch-türkischen Musiktradition, gespielt von Adil Demirtas auf der Saz und Bodo Scheer auf der Klarinette.(Gudrun Dittmeyer)

In Kooperation mit der Türkischen Gemeinde Hessen