5 Literaturgespräche in der StadtBibliothek Bad Homburg und Oberursel

Oktober 2018 – Februar 2019

Wir treffen uns  wieder einmal im Monat, um über fünf deutschsprachige Hauptwerke aus den späten Dreißigerjahren zu sprechen:

Bereits 1933, also noch vor dem Exil, beginnt Irmgard Keun ihr furioses Meisterwerk NACH MITTERNACHT (1937). Präzise beobachtet sie, wie der Nationalsozialismus Alltag und Sprache verändert. In ihrem zartpoetischen Text DAS HEBRÄERLAND (1937) stilisiert sich Else Lasker-Schüler Palästina zu ihrem idealisierten Flucht- und Sehnsuchtsraum. Ödön von Horvath erzählt in seinem Antikriegsroman JUGEND OHNE GOTT (1938) von einer Generation junger Menschen, „die, abseits von Wahrheit und Gerechtigkeit, in einer unheimlichen Kälte heranwächst“. Und der Roman AUF DEN MARMORKLIPPEN (1939) des umstrittenen Schriftstellers Ernst Jünger löste nach dem Krieg eine heftige Diskussion aus, ob das eine getarnte Aufklärungsschrift über Nazideutschland oder doch nur der schändliche Schreibversuch eines „eiskalten Genüsslings der Barbarei“ (Thomas Mann) sei. (Gudrun Dittmeyer)

Das Foto zeigt Bertolt Brecht und Walter Benjamin beim Schachspielen, 1934, Dänemark, Skovsbostrand ©Akademie der Künste, Berlin, Bertolt-Brecht-Archiv  FA 07/027, Foto: unbekannt

 

Irmgard Keun. Nach Mitternacht. 1936. Amsterdam

Else Lasker-Schüler. Das Hebräerland. 1937. Zürich

Ödön von Horvath. Jugend ohne Gott. 1938. Amsterdam

Ernst Jünger. Auf den Marmorklippen. 1939. Hamburg

Bertolt Brecht .Svendborger Gedichte  (1939)