Dienstag, 14. Oktober 2014 I 19.30 Uhr

Die KÄS – Kabarett Theater Frankfurt; Waldschmidtstraße 19, Frankfurt

Es ist nicht leicht, das Erwachsenwerden. Schon gar nicht für einen Jungen. Und auch nicht gerade in der Türkei. Die Eltern, die selbst nicht so richtig wissen, wo es langgeht, nerven. Die anderen Jungs stressen. Und dann sind da noch die Mädchen, die Mädchen mit ihren Blicken, ihren Bewegungen, ihren langen Haaren. Das alles kann einen Heranwachsenden ganz schön beuteln.

In acht Geschichten lässt Emrah Serbes seine jungen Helden ganz wunderbar von all diesen kleinen und großen Verwirrungen erzählen und leiht ihnen einen Blick auf die Welt, der zwischen unbedarfter Kindheit und abgeklärtem Erwachsensein hin- und herschillert. Er trifft damit genau den richtigen Ton. Mal traurig, mal komisch, mal verzweifelt wütend. Aber immer sehr einfühlsam. Und immer mit diesem kritischen, entlarvenden Blick auf die türkischen Verhältnisse, aber auch auf die allgemein menschlichen Bedingtheiten, mit denen sich junge Menschen Tag für Tag herumschlagen müssen.

Der 1981 geborene Emrah Serbes lebt in Istanbul und zählt zu den bekanntesten Gegenwartsautoren in der Türkei. Sein kauziger, kettenrauchender Hauptkommissar Behzat C. aus den gleichnamigen Krimiromanen besitzt Kultstatus. Sein Erzählband „Junge Verlierer“ ist in diesem Herbst auf der hotlist der Unabhängigen Verlage bereits unter die ersten zehn besten Bücher gewählt worden. Während der Gezi-Proteste im Sommer 2013 war Emrah Serbes eine wichtige Stimme für Meinungsfreiheit und Bürgerrechte, eine Stimme gegen Willkür und autoritäre Strukturen. Gudrun Dittmeyer

Emrah Serbes. junge verlierer. binooki. berlin 2014