Unser neuer Zyklus von LiteraturGesprächen widmet sich den vielfältigen und faszinierenden Betrachtungen von Kunst, Künstlerinnen und Künstlern in der Literatur. Neben großen Künstlerpersönlichkeiten stehen auch einzelne Kunstwerke und die Wechselwirkung der vermeintlich hohen Kunst mit dem oft banalen Alltag im Fokus der literarischen Werke. Insgesamt werden wir sechs Bücher aus dem 19. Jahrhundert bis hin zu aktuellen Neuerscheinungen lesen und besprechen.
Wir treffen uns alle vier Wochen von Oktober 2025 bis März 2026 und diskutieren, angeleitet von einer Moderatorin oder einem Moderator, unsere Leseeindrücke und -erkenntnisse. Die Abende beginnen jeweils um 19:30 Uhr. Sie finden entweder in Privaträumen oder im Kulturcafé Windrose in Oberursel statt.
Für den Zyklus „KUNST“ haben wir die folgenden Bücher ausgewählt.
Kristof Magnusson. Ein Mann der Kunst. 2020.
Ein berühmter Maler, ein Malerfürst, der zurückgezogen auf einer Burg am Rhein lebt, und Kunstfreunde aus Frankfurt, die ihn verehren und ihm ein Museum bauen wollen, sind die Ausgangspunkte einer spannungsgeladenen Begegnung, die die Höhen und Tiefen des Kulturbetriebs ausleuchtet. Mit einem satirisch-ironischen Blick wird erzählt, wie die Kunstfreunde bei dieser Begegnung mit ihrem Idol nach und nach die Contenance verlieren, als der Meister ihnen die Unvollkommenheit der Welt und ihre eigene um die Ohren haut.
Termin: Donnerstag, 09.10.2025, Moderatorin: Astrid Fenner
Michel Houellebecq. Karte und Gebiet. 2010.
Ein Künstleroman von Anspielungsreichtum, in dem der Autor den Kunstbetrieb und seine Mechanismen seziert: Ausgerechnet den Maler Jed Martin, der sozial viel zu unterentwickelt ist, um sich vom Markt korrumpieren zu lassen, hievt diese Maschinerie an die Spitze, wobei ihm als Doppelgänger ein mit allen Wassern des Geschäfts gewaschener Schriftsteller namens Michel Houellebecq zur Seite gestellt wird. Doch dann geschieht ein grausames Verbrechen. Die Kunst, das Geld, die Arbeit, die Liebe, das Leben, der Tod: Davon handelt dieser Roman.
Termin: Donnerstag, 06.11.2025, Moderator: Christoph Steinruck
Eckhart Nickel. Spitzweg. 2022.
Eine Coming-of-Age-Geschichte zwischen Biedermeier und digitaler Gegenwart. „Spitzweg“ ist die Geschichte zweier junger Männer, die der Wahrheit unserer Existenz und der Frage nach „Original und Fälschung“ auf der Spur sind, während sie längst Erfüllungsgehilfen weiblicher Masterpläne sind. Als die von beiden bewunderte Kirsten ein Selbstporträt anfertigt, dem die Lehrerin „Mut zur Hässlichkeit“ bescheinigt, überstürzen sich die Ereignisse. Die drei kunstinteressierten Schüler hecken einen Plan aus, um der in Ungnade gefallenen Kunstlehrerin eins auszuwischen, was sich zu einer „magisch realistischen Mischung“ und einer „liebevollen Bildungsbürgersatire“ fügt.
Termin: Donnerstag, 04.12.2025, Moderator: Frank Uwe Burkhardt
Veranstaltungsort: Vorstadt 26, 61440 Oberursel
Oscar Wilde. Das Bildnis des Dorian Gray. 1890.
Der bildschöne junge Mann Dorian Gray wünscht sich, dass sein gemaltes Porträt statt seiner altert und er also für immer jung und schön bleibt. Verführt von einem zynischen Aristokraten, stürzt sich Dorian in Vergnügungen und Ausschweifungen, die das vornehme Westend des spätviktorianischen London zur Genüge bereithält. Dass Dorian dabei auch andere Menschen ins Verderben stürzt und nicht einmal vor Mord zurückschreckt, schiebt er beiseite. Doch irgendwann regt sich dann doch das schlechte Gewissen und persönliche Opfer werden notwendig.
Termin: Donnerstag, 08.01.2026, Moderatorin: Christiane Grimm-Sommer
Honoré de Balzac. Das unbekannte Meisterwerk. 1831.
Kein anderer Text von Balzac hat bildende Künstler und Kunsttheoretiker so inspiriert wie Das unbekannte Meisterwerk. Dabei ist die knappe, parabelhafte Novelle kein typisches Werk des französischen Romanciers, der sich ansonsten als epischer Sittenmaler seiner Zeit hervortat. Balzac gewährt Einblick in die Kunstdiskurse an der Schwelle zwischen Klassik und Romantik. Ein alter Meister versucht das Portrait seiner Geliebten immer weiter zu vervollkommnen und scheitert letztlich.
Termin: Donnerstag, 05.02.2026, Moderatorin: Eva Sigrist
Martin Mosebach. Taube und Wildente. 2022.
Wie jedes Jahr verbringt die Familie Dalandt den Sommer auf ihrem Landsitz in der Provence. Die Hitze macht träge. Da entzündet sich ein Ehestreit an »Taube und Wildente«, einem Stillleben aus dem 19. Jahrhundert. Was hat es mit dem zinnoberroten Punkt in seinem Zentrum auf sich, macht der es nicht zu einem modernen Meisterwerk? Aber die Frau will es verkaufen, die Spannung zwischen beiden wächst. Martin Mosebach, der die menschlichen Schwächen schildert wie kein zweiter, malt mit Wörtern. Ein flammender Roman über Kunst, Liebe und Verrat.
Termin: Donnerstag, 05.03.2026, Moderatorin: Margit Köhler
Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die an diesen LiteraturGesprächen Interesse haben, können sich bis zum 26. September 2025 unter mail@literatouren-oberursel.de anmelden. Der Teilnehmerkreis ist begrenzt und es werden daher Teilnehmer:innen bevorzugt, die den gesamten Zyklus aller sechs Veranstaltungen buchen möchten. Ab sofort können auch einzelne Abende belegt werden, soweit noch Plätze frei sind.
Die Veranstaltungen finden in Privaträumen oder im Kulturcafé Windrose in Oberursel statt. Die genauen Veranstaltungsorte und auch die von dem Moderator/der Moderatorin verwendete Buchausgabe geben wir rechtzeitig vor dem Termin bekannt. Die Literaturabende beginnen um 19:30 Uhr und dauern bis ca. 21 Uhr.
Die Teilnehmergebühren belaufen sich auf
- gesamter Zyklus (6 Veranstaltungen): 60 €, für Mitglieder von LiteraTouren 45 €
- Einzelveranstaltung: 12 €, für Mitglieder von LiteraTouren 10 €
Wir freuen uns auf Ihre Anmeldungen und anregende LiteraturGespräche.